19.06.2011
Ein warmer, sehr schöner Juniabend und der Besuch eines Jagdschülers brachten mich dazu, noch mal abends auf den nicht gemähten Wiesen nach Überläufern zu äugen. Zu zweit gut gelaunt auf der Kanzel mit ein wenig Honigmelone und einem Becher eiskaltem Latte Macciato genossen wir die Möglichkeit, in Ruhe ein Schwätzchen zu halten. Um 20.58 Uhr sah ich im linken Augenwinkel kurz eine Bewegung. Ca 150 m entfernt eine Rückenlinie, die wohl aus dem Wald kam und jetzt wieder zurückzog. Abwarten was da noch passiert. Wenig später zogen 5 Überläufer aus dem Wald auf die Wiese. An einigen Stellen auf der Wiese war der Blick auf die Sauen ein wenig freier, sodass man diese besser ansprechen konnte. Vorsicht ist besser als Nachsicht.Die Sauen zogen langsam auf uns zu. Mal waren sie zu sehen, dann waren sie wieder vollständig im hohen Gras verschwunden.
So, schnell noch den Sitzplatz getauscht, gut gelaunt die Waffe in den Anschlag gebracht und dann hieß es: abwarten. Ich hatte mir einen ganz bestimmten Überläufer rausgesucht, den ich strecken wollte und dann ging das Geduldspiel los, entweder das Stück stand nicht 100% breit, oder ein anderer Überläufer schob sich davor oder dahinter oder einfach mal beides. Abwarten!
Um 21.28 Uhr war es dann soweit "mein" Überläufer stand breit und ich trug die Kugel an.
Das Stück zeichnete und schoss blitzschnell nach vorne, zog dann eine Linkskurve und zog schnell davon.
Mein erster Gedanke war: "Komisch,warum flüchtet das Stück noch soweit? Du bist doch sauber abgekommen." Normalerweise sind die Fluchtstrecken max 30-40 m, wenn Sie nicht im Knall zusammenbrechen. Wild reagiert ja immer anders und so blieb ich ganz gelassen, raucht noch in aller Ruhe eine Zigarette und baumte dann ab. Der Anschuss war gleich gefunden und dann habe Ich diese mit meinem Freund sauber ausgearbeitet. Schwer war es wirklich nicht. Ich habe Ihn darum gebeten, mal ein paar Bilder von der Schweissfärte zu machen, damit man mal einen Beweiss hat, wie sauber das Geschoss arbeitet. Nach 110 m (!) lag der Überläuferkeiler vereendet vor uns.
Die Lunge war sauber durchschossen,das Herz war ohne jeglichen Splitter, nur die Leber hatte noch ein paar gefangen.
Die Aufnahmen vom Ein und Ausschuss, sowie die Innenaufnahmen zeigen eine geringe Wildbretentwertung.
Entfernung 86m
Kaliber 8 x68 S
Horrido
Ken Fischer
Jagdschule Eixen
Anmerkung SAX: Im Normalfall liegen die Stücke mit KJG Geschossen im Knall oder nur wenige Meter vom Anschuss entfernt. Aber es gibt eben auch ab und zu mal Ausnahmen die wir auch nicht verheimlichen möchten. Jedenfalls war die Schweissfährte über die gesamten 110 m wie mit der Giesskanne gezogen, für die man weder einen Schweisshund noch besondere Fähigkeiten benötigt, um diese sicher auszuarbeiten. Vielen Dank für diesen Bericht an Ken Fischer von der Jagdschule Eixen GmbH